Vor längerer Zeit habe ich einer Kollegin beim Umzug in eine kleinere Wohnung geholfen. Wir waren vom Einpacken schon recht erschöpft, als die Schuhe dran waren.

Ein großes Regal und mehrere Paare übereinander, klar da muss aussortiert werden. Also ran an den Speck. Es war leicht, sich von den Schuhen, die drückten, zu trennen… aber dann wurde es ernst: Die ausgelatschten Schuhe wurden zum Problem.

„Oh je, die alten  Treter sehen schon schlimm aus, aber ich liebe sie, ich zieh sie auch ganz bestimmt wieder an! Trennen? Nein das geht nicht!“

Oh, oh… dazu fällt mir ein: Gewohnheiten sind wie alte Schuhe – du gehst damit immer im selben Tritt!

Unsere Gewohnheiten entstehen, wenn wir geduldig immer wieder dieselben Handlungen vollziehen.

Gewohnheiten haben aber zwei Seiten.

Es gibt die alltäglichen Dinge wie Fahrradfahren, Laufen, Schreiben. Dabei ist es von Vorteil, dass wir diese Dinge schon etliche Male gemacht haben und sie wie im Schlaf funktionieren. Es macht Sinn, dass wir diese Gewohnheiten nicht von jetzt auf nachher verlernen.

Die Beharrlichkeit unserer Gewohnheiten ist dann von Nachteil, wenn wir schädigende Denk – und Verhaltensweisen ablegen wollen.

Wir haben bestimmte Gewohnheiten zu denken, zu fühlen und mit unseren Gefühlen umzugehen.

Sie sind uns so vertraut wie ein altes paar Schuhe. Manche Menschen geraten bei Wut völlig aus der Fassung und schreien andere an, den nächsten verschlägt es in bestimmten Momenten immer die Sprache. Oder sie glauben, überhaupt keine Wut zu spüren, sondern reagieren eher mit Trauer und Verzweiflung.

All diese Gewohnheiten sind entstanden, indem wir immer wieder in ein- und derselben Weise gedacht und gehandelt haben. Sind sie erst einmal installiert, haben wir sie nicht mehr wirklich im Bewusstsein.

Sogar unser Körper macht mit.

Er meldet uns, wenn unser neues Verhalten von den alten Gewohnheiten abweicht. Wir fühlen uns dann unwohl und so, als ob etwas nicht stimme. Das Unwohlsein ist quasi wie eine Warnanlage, die dich noch einmal fragen will:

Meinst du es ernst mit deiner Veränderung?

Folgst du dem Unwohlsein, wirst du dich kaum ändern können. Je häufiger du diesen Punkt überwindest und aus dem Autopilot-Modus aussteigst, desto näher kommst du deinem authentischen, strahlenden Leben.

Weil es eben immer wieder eine bewusste Entscheidung ist.

Triff heute eine neue bewusste Entscheidung, vielleicht im Gegensatz zu einer bisherigen alten Gewohnheit?

 

Alles Liebe

Deine Ilona